1. Schweizerisches Nationalmuseum
Das Schweizerische Nationalmuseum empfängt Besucher wie eine märchenhafte Trutzburg – ein imposanter Bau im historistischen Stil mit Türmen und Innenhöfen, der bewusst an französische Renaissance-Stadtschlösser erinnert. Architekt Gustav Gull schuf damit 1898 nicht nur ein Museum, sondern ein architektonisches Denkmal zum 50. Jahrestag der Bundesverfassung. Der Standort unmittelbar neben dem Hauptbahnhof ist kein Zufall: Als die Eisenbahn Zürich zum Verkehrsknotenpunkt machte, sollte das neue Nationalmuseum direkt am Tor zur Stadt entstehen.
Mit über 870.000 Objekten in 14 Sammlungsgruppen dokumentiert das meistbesuchte kulturgeschichtliche Museum der Schweiz die Geschichte des Landes von der Urzeit bis zur Gegenwart. Die Dauerausstellung führt durch prähistorische Pfahlbausiedlungen, mittelalterliche Waffenkammern, historische Stuben und bis in die moderne Schweiz. Besonders beeindruckend sind die originalen Wandmalereien, historischen Räume und die umfangreiche Münzsammlung. Das Museum verbindet geschickt wissenschaftliche Präzision mit lebendiger Vermittlung – interaktive Stationen und Multimedia-Installationen machen Geschichte greifbar.
Seit der umfassenden Erweiterung durch die Architekten Christ & Gantenbein steht neben dem historischen Altbau ein moderner Neubau, der durch einen unterirdischen Gang verbunden ist. Diese Kombination aus historistischer Pracht und zeitgenössischer Architektur symbolisiert perfekt den Brückenschlag zwischen Tradition und Innovation, für den die Schweiz bekannt ist.