1. Cathédrale Sainte-Cécile
Wie eine Festung ragt dieser Backstein-Riese am Ufer des Tarn auf. Außen wirkt alles streng und fensterlos – Millionen rote Steine als Warnung nach dem Albigenserkreuzzug. Erst am Südeingang lässt der steinerne Baldachin erahnen, welche Detailtiefe einen drinnen erwartet, ein krasser Gegensatz zur abweisenden Hülle.
Hinter den Türen knallen einem Farben und Details entgegen, die so gar nicht zur schlichten Fassade passen. Jedes Stück des Gewölbes ist mit Fresken der italienischen Renaissance bedeckt, ein Meer aus Blau und Gold, das Jahrhunderte ohne Restaurierung überstanden hat. Der massive Lettner aus Stein trennt den Chor vom Schiff und zwingt einen zum Stehenbleiben, um die hunderte Figuren in den Bögen zu zählen. Das ist so viel Kunst auf einmal, dass man Zeit zum Verarbeiten braucht.
Die Schatzkammer wird oft übersehen, hat aber schräge Artefakte. Wer Albi verstehen will, muss hier anfangen. Fotos fangen die Dimensionen nicht ein; wenn man direkt unter dem 'Weltgericht' an der Westwand steht, bekommt man eine Gänsehaut über das mittelalterliche Weltbild.