1. Bom Jesus do Monte
Granittreppen zickzacken den Hang hinauf – ein Bußgang, der zum Wahrzeichen der Stadt geworden ist. Der Aufstieg fordert körperlich einiges ab, führt vorbei an Brunnen, die für die Sinne und Tugenden stehen, und bietet auf jedem Absatz einen Grund, kurz Luft zu holen und ins Tal zurückzublicken. Wer sich die hunderten Stufen nicht antun will, nimmt die wasserbetriebene Standseilbahn. Dieses technische Wunderwerk von 1882 zischt und gluckert sich in wenigen Minuten nach oben.
Am Gipfel kippt die Stimmung von religiösem Aufstieg zu viktorianischem Freizeitpark. Ruderboote treiben auf dem kleinen See und Familien breiten ihre Picknicks unter den Bäumen aus – hier geht es genauso gesellig wie spirituell zu. Die Basilika ist die eigentliche Belohnung, aber die Panoramaterrasse stiehlt ihr oft die Show. An klaren Tagen reicht der Blick bis zur Küste.
Das Timing ist hier alles. Die Mittagshitze knallt brutal auf den weißen Stein der Treppe. Der frühe Morgen bietet dagegen eine neblige Stille, die viel besser zum ursprünglichen Zweck des Ortes passt als die Reisebusgruppen am Nachmittag.