1. Arènes de Nîmes
Wenn man vor diesem Amphitheater steht, begreift man die Dimensionen römischer Ingenieurskunst oft besser als in Rom selbst. Der Erhaltungszustand ist verblüffend; hier sieht man ein Bauwerk, das Gladiatoren beherbergte, als befestigtes mittelalterliches Dorf diente und heute für Konzerte und Stierkämpfe genutzt wird. Der Audioguide lohnt sich, um die harte Realität der Spiele zu verstehen, während man auf denselben Steinbänken sitzt, auf denen vor zwei Jahrtausenden die Zuschauer jubelten.
Der Gang durch die inneren Korridore bietet eine kühle Pause von der provenzalischen Sonne, aber die wirkliche Wirkung entfaltet sich erst, wenn man in die Arena tritt und an den elliptischen Wänden hochschaut. Man kann sich den Lärm und das Chaos der Vergangenheit hier lebhaft vorstellen. Im Vergleich zu anderen Sehenswürdigkeiten in Nîmes ist dies der Anker – der Ort, der die Kontinuität der Stadt von der Antike bis heute definiert.
Veranstaltungen bestimmen hier immer noch den Kalender, daher kann der Zugang während Festivals oder Shows eingeschränkt sein. Ein Besuch am frühen Morgen ermöglicht es, die oberen Ränge in relativer Stille zu erkunden und einen privaten Blick über die Dächer der Stadt zu werfen, bevor die Reisegruppen eintreffen.