1. Casco Viejo (Old Town)
Das ursprüngliche Herz der Stadt nennt man hier Zazpikaleak oder "Sieben Straßen". Es ist ein dichtes Netz aus Fußgängergassen, meilenweit entfernt von den breiten Boulevards des 19. Jahrhunderts. Die Gebäude lehnen sich fast aneinander und schützen das Kopfsteinpflaster vor Sonne und Regen. Das hier ist kein Museum. Es ist ein lebendiges Viertel. Bewohner hängen ihre Wäsche über den lauten Bars auf. Der Fluss schließt das Gebiet ein. Den Übergang vom mittelalterlichen Chaos zur organisierten Stadtplanung sieht man an den Rändern sofort.
Essen ist der Antrieb dieses Viertels. Nirgendwo gibt es mehr Pintxo-Bars, vor allem rund um die Straßen Somera und Perro. Das Ritual ist simpel: Man zieht von Bar zu Bar, isst eine Kleinigkeit, trinkt ein kleines Glas und geht weiter. Niemand bleibt den ganzen Abend am selben Ort. Achte auf die Hochwassermarken an den Wänden. Diese kleinen Schilder zeigen die Höhe, die das Wasser bei den Überschwemmungen 1983 erreichte. Eine echte Bedrohung, bevor moderne Technik den Fluss bändigte.
Um die Altstadt von Bilbao richtig zu verstehen, muss man planlos herumlaufen. Eine Karte braucht man nicht, dafür aber Hunger. Zwischen den Pintxos fallen die in Stein gemeißelten Wappen an den Fassaden auf. Dazwischen halten sich kleine Fachgeschäfte für Baskenmützen, Stickereien und lokales Gebäck wacker gegen die internationalen Ketten.