1. Cathedral of Notre-Dame du Puy
Der Aufstieg zu diesem UNESCO-Weltkulturerbe ist ein kleiner Kraftakt, der einen direkt auf die Atmosphäre der Stadt einstimmt. Die Kathedrale thront am höchsten Punkt und man erreicht sie über steile Gassen mit grobem Kopfsteinpflaster, die sich wie ein Trichter zur großen Treppe hin verengen. Die Fassade besteht aus einem Muster aus dunklem Lavastein, ganz anders als die hellen Kalksteinkirchen im Norden Frankreichs. Im Inneren herrscht eine schwere Stimmung aus Jahrhunderten der Hingabe, konzentriert auf die berühmte Schwarze Madonna über dem Altar.
Die Architektur ist ungewöhnlich: Das Kirchenschiff wurde über einem Abgrund gebaut, um die Plattform am Hang zu vergrößern. Das bedeutet, dass man die Kirche quasi durch den Boden des Schiffes in der Nähe des Hauptaltars betritt. Es ist eine seltsame und einprägsame Besonderheit. In der Vorhalle 'Porche du For' kann man kurz durchatmen, bevor man in das dämmrige, nach Weihrauch duftende Innere tritt. Suchen Sie den 'Pierre des Fièvres' (Fieberstein) beim Eingang – eine vulkanische Felsplatte, auf die sich Pilger früher legten, um geheilt zu werden. Diese Tradition wird von Einheimischen bis heute gepflegt.
Hier ist der offizielle Startpunkt der Via Podiensis nach Santiago de Compostela. Um 7:00 Uhr morgens sieht man Wanderer mit Jakobsmuscheln an ihren Rucksäcken, die sich den Segen abholen. Während viele Orte in Le Puy-en-Velay historisch wichtig sind, ist diese Kathedrale das echte Herz der Stadt. Der Blick von hier oben über die roten Ziegeldächer bis zu den umliegenden Vulkangipfeln macht erst verständlich, warum diese vertikale Stadt überhaupt existiert.