1. Citadelle de Lille
Diese sternförmige Festung wurde im 17. Jahrhundert vom Militäringenieur Vauban erbaut. Da sie noch immer als aktiver Stützpunkt dient, darf man die Kasernen im Inneren nicht einfach so betreten. Aber die Grünanlagen rund um die massiven Backsteinmauern sind die größte Parkanlage der Stadt. Läufer, Radfahrer und Familien kommen hierher, um der Enge des Zentrums zu entfliehen. Die Geometrie der Anlage sieht man am besten vom Rundweg aus. Mit ihren Gräben und Bastionen galt sie früher als die „Königin der Zitadellen“.
Der Park bildet eine Brücke zwischen Stadt und Land. Man sieht Einheimische beim Picknick auf den Wiesen oder beim Gassigehen am Deûle-Kanal. Für Lille ist das Areal eine wichtige grüne Lunge. Man kann hier stundenlang spazieren gehen, ohne eine Straße überqueren zu müssen. Die Nachbarschaft von Militärarchitektur aus dem 17. Jahrhundert und moderner Freizeitgestaltung ist sehr typisch französisch.
Während das Innere meist gesperrt bleibt, bietet das Tourismusbüro gelegentlich Führungen an, bei denen man hinter die Tore schauen kann. Ansonsten ist der Rundweg draußen das eigentliche Ziel. Besonders morgens im Nebel oder bei Sonnenuntergang, wenn der Backstein tiefrot leuchtet, ist es hier sehr stimmungsvoll. Das Gelände ist flach und einfach zu begehen, aber die komplette Runde dauert wegen der gezackten Mauern oft länger, als man denkt.