1. Chartres Cathedral
Dieses Bauwerk steht nicht einfach nur im Zentrum; es beherrscht die ganze Region. Seit fast tausend Jahren kommen Pilger hierher. Die zwei unterschiedlichen Türme – einer eine romanische Pyramide, der andere eine gotische Nadel – bilden eine Silhouette, die man schon aus weiter Entfernung erkennt. Innen dreht sich alles um das berühmte „Chartres-Blau“ der Glasfenster. Aus dem 12. und 13. Jahrhundert ist hier mehr erhalten als fast überall sonst. Das Licht beleuchtet die Steine nicht nur; es lässt das schwere Mauerwerk fast schwerelos wirken.
Man braucht drinnen etwas Geduld, weil Besucher oft plötzlich stehen bleiben, um die Fensterrosen anzustarren. Im Boden ist das alte Labyrinth eingelassen – kein Irrgarten, sondern ein einzelner Pfad zum Nachdenken beim Gehen. Die Kathedrale ist das Zentrum, um das sich in der Stadt alles dreht. Man sollte auch einmal ganz um das Gebäude herumgehen. Die Skulpturen am Königsportal zeigen Figuren mit einer Ruhe und Menschlichkeit, die für die damalige Zeit ungewöhnlich war.
Ein kurzer Rundgang reicht nicht aus. Die Sonne wandert und aktiviert zu jeder Stunde andere Fenster. Das Kirchenschiff sieht um 17 Uhr völlig anders aus als um 10 Uhr morgens. Auch die Krypta lohnt sich – sie ist eine der größten in Frankreich und führt zurück zu den Ursprüngen des Ortes als gallo-römisches Heiligtum.