1. Bourges Cathedral
Die schiere Breite dieses Bauwerks erschlägt einen fast, noch bevor man den ersten Schritt hinein macht. Anders als der vertikale Drang von Chartres oder Paris breitet sich Saint-Étienne aus. Das Design ohne Querschiff erlaubt einen freien Blick über die gesamte Länge des Mittelschiffs. Die doppelten Seitenschiffe bilden einen Wald aus Pfeilern, der endlos wirkt, und die Glasfenster aus dem 13. Jahrhundert sind so dicht, dass es drinnen selbst an sonnigen Tagen recht dunkel bleibt.
Schauen Sie sich die Portale genau an, bevor Sie reingehen. Das Tympanon des 'Jüngsten Gerichts' ist erschreckend detailliert: Teufel zerren Seelen in einen kochenden Kessel, ein harter Kontrast zu den lächelnden Engeln auf der anderen Seite. Drinnen verdient die astronomische Uhr Beachtung, die seit 1424 tickt, ebenso wie die Krypta, die fast eine eigene unterirdische Kirche ist.
Die meisten Besucher bleiben im Erdgeschoss, aber der Aufstieg auf den 'Butterturm' (Tour de Beurre) muss sein, wenn man die Stadt verstehen will. Von oben sieht man, wie das mittelalterliche Zentrum in die grünen Sumpfgebiete des Marais übergeht. Es sind 396 Stufen ohne Lift – erledigen Sie das früh morgens, bevor die Hitze kommt.