1. Half-Timbered Houses
Das Viertel „Bouchon de Champagne“ wird von diesen bunten, krummen Überlebenden geprägt. Troyes besitzt eine der dichtesten Sammlungen von Fachwerkhäusern aus dem 16. Jahrhundert in Frankreich, die nach dem großen Brand von 1524 schnell wieder aufgebaut wurden. Sie lehnen sich gefährlich weit über das Kopfsteinpflaster, ihre Fassaden sind in Pastellgelb, Ocker und Rot gestrichen, was ein Straßenbild schafft, das eher wie eine Filmkulisse als wie eine moderne Stadt wirkt.
Wer an ihnen vorbeigeht, merkt, dass die oberen Stockwerke oft über das Erdgeschoss hinausragen. Das war keine ästhetische Entscheidung, sondern eine Methode zur Steuervermeidung: So hielt man die Grundfläche des Gebäudes klein, während man den Wohnraum oben maximierte. Gleichzeitig schützte es die Wände aus Holz und Lehm vor Regen. Die Restaurierung war hier gründlich: Der graue Putz, der diese Balken jahrhundertelang verdeckte, wurde entfernt, um das Skelett der mittelalterlichen Stadt freizulegen.
Diese Straßen zu erkunden, verbindet alle anderen Sehenswürdigkeiten der Stadt miteinander. Man muss nicht nach ihnen suchen; sie sind überall. Die besten Beispiele stehen jedoch nicht immer an der Hauptstraße. Gehen Sie in die Seitenstraßen der Rue Champeaux, wo die Häuser weniger herausgeputzt und authentischer wirken und die Verformungen aus fünfhundert Jahren Stadtgeschichte zeigen.