1. Cathedral Saint-Louis de Blois
Diese Kathedrale thront hoch oben über der Stadt. Ihre Architektur ist eine Mischung aus Stilen, die aus einer Katastrophe und dem anschließenden Wiederaufbau entstanden sind. Nachdem ein Wirbelsturm Ende des 17. Jahrhunderts den Vorgängerbau zerstört hatte, baute man sie in einem gotischen Stil wieder auf, der für diese Zeit ungewöhnlich spät wirkt. Das verdankt sie dem direkten Eingreifen von Ludwig XIV. und Colbert. Das Kirchenschiff ist von Licht durchflutet. Ein starker Kontrast zu den meist düsteren Innenräumen älterer mittelalterlicher Kirchen. Dadurch kommen die Buntglasfenster des niederländischen Künstlers Jan Dibbets mit ihren modernen, symbolischen Mustern noch besser zur Geltung.
Wenn man um das Gebäude herumgeht, lässt sich die Geschichte der Diözese nachvollziehen. Sie wurde genau zu der Zeit von Chartres unabhängig, als dieser Bau aus den Trümmern auferstand. Der Glockenturm stammt noch aus der früheren Renaissance-Struktur und gibt dem neueren Kirchenschiff Halt. Im Inneren wirkt der Raum offen und luftig. Er bietet einen ruhigen Rückzugsort von den lauten Straßen weiter unten. Die Kirche wird aktiv für Gottesdienste genutzt und ist nicht nur ein Museumsobjekt. Man trifft hier oft Einheimische, die einen Moment der Stille suchen.
Die meisten Besucher konzentrieren sich nur auf das Schloss. Wer diese Kathedrale auslässt, übersieht eines der wichtigsten Gebäude am nördlichen Ufer. Schon der Aufstieg durch die steilen Straßen der Altstadt bis zum Vorplatz lohnt sich, da man dabei ein gutes Gefühl für die Höhenunterschiede der Stadt bekommt. Oben angekommen, spürt man sofort eine lokale und viel ruhigere Atmosphäre als an den Hotspots unten am Fluss.