1. Alcazaba
Dicke Doppelmauern und schwere Tore markieren den Eingang zu dieser maurischen Festung, die über dem Stadtzentrum thront. Während viele Besucher direkt nach oben stürmen, bieten die unteren Gärten mehr Ruhe. Hier finden sich Springbrunnen, Bewässerungskanäle und Patios, die nach Jasmin duften und im heißen Andalusien wie eine natürliche Klimaanlage wirken. Beim Aufstieg verändert sich die Architektur von rein defensiven Mauern hin zu verzierten Palastbereichen, wo Hufeisenbögen den Blick auf den Hafen rahmen.
Der Aufstieg ist anstrengend. Die steilen Rampen und das Kopfsteinpflaster können glatt sein, aber oben angekommen sieht man die verschiedenen Schichten der Stadtgeschichte besonders gut. Man läuft direkt über römische Ruinen in die islamischen Festungsanlagen. Die Alcazaba wirkt im Vergleich zu den perfekt gepflegten Anlagen in Granada eher rau und gehört zum Alltag der Stadt dazu.
Von den oberen Mauern erkennt man gut das Layout des Hafens und der Stierkampfarena. Früher war dieser Ort strategisch wichtig. Ein Mauergang verbindet die Festung mit dem Gibralfaro Castle, aber dieser Durchgang ist oft wegen Sanierungsarbeiten gesperrt. Man sollte beide Orte als separate Besuche planen. Die Anlage wirkt gleichzeitig wuchtig und intim, da kleine Innenhöfe die massive Steinmasse immer wieder unterbrechen.