1. Aqueduct of Miracles
Diese Pfeiler ragen im Norden der Stadt aus einem grünen Talboden empor und wirken weniger wie eine Ruine, sondern eher wie ein Denkmal für antike Ingenieurskunst. Anders als der oft gesehene massive Granit verwendet dieses Bauwerk ein auffälliges Muster aus rotem Backstein und grauem Granit, was einen modernen Streifeneffekt erzeugt. Einst floss hier das Wasser aus dem Proserpina-Stausee in die Stadt. Heute muss man die engen Gassen der Altstadt verlassen, um zu der weiten Parkanlage zu gelangen, in der Einheimische ihre Hunde ausführen oder joggen gehen.
Die Ausmaße sind täuschend, bis man direkt unter einem der Bögen steht und den Kopf in den Nacken legt. Es ist ein großartiger Ort, um die nistenden Störche zu beobachten, die die höchsten Punkte der Pfeiler besetzt haben; das Klappern ihrer Schnäbel ist oft das einzige Geräusch in dieser friedlichen Gegend. Da das Aquädukt in einem öffentlichen Park steht, kann man es jederzeit besuchen – ideal für Frühaufsteher oder für einen späten Abendspaziergang.
Es gibt keine Absperrungen oder Schließzeiten, nur dieses massive Skelett einer Infrastruktur, das das Reich, das es erbaut hat, lange überlebt hat. Es macht deutlich, welche logistischen Leistungen nötig waren, um eine römische Provinzhauptstadt am Laufen zu halten.