1. Casa de las Conchas
Mehr als dreihundert Muscheln aus Stein bedecken die Fassade dieses spätgotischen Palastes. Das Licht verändert die Struktur der Wand über den Tag hinweg: Schatten wandern über die Muschelformen und machen das Äußere zu einem Schauspiel, das fast jeden Passanten auf der Rúa Mayor stoppen lässt. Während draußen alle Fotos machen, findet man im Innenhof zwischen Mischbögen und Wasserspeiern echte Ruhe. Heute ist hier eine öffentliche Bibliothek untergebracht, in der Studenten dort lernen, wo früher Adlige lebten.
Wer hineingeht, bekommt einen kostenlosen Einblick in das Leben des Adels, ohne die Warteschlangen anderer Orte in der Nähe. Die Architektur verbindet den Stil einer mittelalterlichen Festung mit dem dekorativen Plateresk, der die Stadt prägt. Von der oberen Galerie aus sieht man die Türme der Clerecía direkt gegenüber – einer der besten Kontraste der Stadt.
Der Ort ist ein guter Zwischenstopp zwischen der Plaza Mayor und den Kathedralen. Man braucht nur fünfzehn Minuten, um alles zu sehen. Anders als die großen religiösen Stätten wirkt dieses Gebäude lebendig und nicht wie im Museum konserviert. Die Mischung aus italienischer Renaissance und spanischer Sachlichkeit gefällt vor allem jenen, die Design ohne lange Erklärungen schätzen.