Warum diese Route?
Caracas zieht nicht viele Wandertouristen an, und genau deshalb lohnt es sich, diese Route richtig zu gehen. Die Stadt wurde 1567 als ordentliches Raster aus 25 Häuserblocks angelegt, und die ältesten davon liegen noch immer rund um die Plaza Bolívar, wo der koloniale Kern so kompakt ist, dass du ihn in Minuten zu Fuß durchquerst. Der Haken: Die andere Hälfte dessen, was Caracas bemerkenswert macht, also die modernistischen Meisterwerke von Carlos Raúl Villanueva, der UNESCO-Campus, das riesige brutalistische Theater, liegt ein paar Kilometer südöstlich, jenseits einer viel befahrenen Schnellstraße. Das hier sind also zwei Spaziergänge, zu einer Schleife zusammengenäht: zuerst der dichte koloniale Casco rund um den Hauptplatz, dann der grüne Kulturgürtel rund um den Parque Los Caobos.
Die komplette Schleife misst rund 14 km. Das ist ein langer Tag. Ich würde nicht behaupten, dass du jeden Meter laufen solltest, und der Tipp-Abschnitt unten sagt dir genau, wo du stattdessen ein kurzes Taxi nimmst, statt eine Allee entlangzustapfen, an der es nichts zu sehen gibt. Was du für die Mühe bekommst, ist der ganze Bogen des Landes auf einen Schlag: das Haus, in dem Simón Bolívar geboren wurde, die Kirche, in der er zum Befreier ausgerufen wurde, und das Pantheon, in dem seine Gebeine ruhen, dazu die beste Ballung von Kunst und Architektur des 20. Jahrhunderts in Venezuela, fast alles bei freiem Eintritt.
Caracas auf eigene Faust zu erkunden ist wirklich verwirrend, und das liegt nicht nur an den Hügeln. Der historische Kern und der Kulturgürtel wirken wie verschiedene Städte, und das Bindegewebe dazwischen ist nicht hübsch. Einer geplanten Route zu folgen heißt, dass du deine Energie auf die Bauwerke verwendest, die sie verdienen, und die toten Strecken überspringst. Brich früh auf, halte dein Handy unterwegs eingesteckt und betrachte die beiden Cluster als die eigentlichen Ziele.