Warum diese Route?
Die meisten kommen wegen des Weins nach Mendoza und behandeln die Stadt selbst nur als Schlafplatz zwischen zwei Bodega-Besuchen. Das ist ein Fehler. Mendoza ist eine der Städte in Argentinien, die sich am leichtesten zu Fuß erkunden lassen, und das ist kein Zufall. Nachdem das Erdbeben von 1861 die alte Kolonialstadt dem Erdboden gleichgemacht hatte, bauten die Stadtplaner alles neu auf, auf einem flachen Raster aus breiten, baumgesäumten Alleen, an deren Bordsteinen überall Bewässerungskanäle (die acequias) entlanglaufen. Das Ergebnis ist eine Innenstadt, die du in zwanzig Minuten durchquerst, beschattet von Platanen und alle paar Häuserblocks von einem Platz unterbrochen. Du brauchst kein Auto, keinen Tourbus und kaum eine Karte.
Diese Route dreht sich um die eine Geschichte, die die ganze Stadt erklärt: den Umzug vom Gründungsplatz von 1561 ins moderne Zentrum, und um den Mann, dessen Armee von hier aus auszog, um den halben Kontinent zu befreien. Du startest am buchstäblichen Geburtsort von Mendoza, im stillen Área Fundacional, gehst durch die Ruinen, die das Beben hinterlassen hat, und überquerst dann die Grenze ins neue Raster, um die vier großen Plätze, das Opernhaus und die grüne Wand des Parque General San Martín zu erreichen. Die Tour endet oben auf dem Cerro de la Gloria, mit den Anden, die den ganzen westlichen Horizont füllen. Das ist ein echter Bogen, von der Gründung bis zum Ruhm, keine zufällige Liste von Punkten.
Warum sie ablaufen statt einfach loszuziehen? Weil die Reihenfolge hier zählt. In dieser Abfolge liest sich die Stadt wie ein Satz: wo sie begann, warum sie umzog, was aus ihr wurde, an wen sie sich erinnert. Streifst du blind durchs Raster, verschwimmen die Plätze ineinander. Gehst du diese Linie ab, fügen sie sich zusammen. Das Ganze sind grob 8 Kilometer und fast durchgehend flach bis zum letzten Aufstieg, also plane einen entspannten halben Tag ein und gönn dir unterwegs ruhig einen Kaffee.