1. Basilica of the Holy Blood
Versteckt auf dem Burgplatz beherbergt diese Doppelkapelle eine der seltsamsten Reliquien des mittelalterlichen Europas: eine Phiole, die angeblich das Blut Christi enthält, mitgebracht von den Kreuzzügen im 12. Jahrhundert. Die untere Kapelle, gebaut um 1150, ist dunkel und romanisch – dicke Säulen, niedrige Gewölbe, ein Raum, der sich älter anfühlt als die Stadt selbst. Oben ist das genaue Gegenteil: eine neugotische Explosion aus dem 19. Jahrhundert voller Blattgold, Buntglas und verschnörkelten Schnitzereien.
Die Reliquie wird jeden Mai während der Heilig-Blut-Prozession durch Brügge getragen, eine Tradition, die es seit dem 13. Jahrhundert gibt. Den Rest des Jahres wird sie nachmittags für ein paar Stunden in einem silbernen Reliquienschrein gezeigt. Ob man an die Echtheit glaubt oder nicht, allein der Kontrast zwischen den beiden Kapellen lohnt den Besuch. Es ist einer der wenigen Orte in Brügge, wo man echtes Mauerwerk aus dem 12. Jahrhundert direkt neben der Dramatik des 19. Jahrhunderts sehen kann.