Warum Köln zu Fuß? Ein Stadtrundgang auf eigene Faust
Köln ist eine Stadt zum Zufußgehen, und zwar ab der Sekunde, in der du aus dem Hauptbahnhof trittst, denn der Dom ist buchstäblich das Erste, was du siehst. Kein Warmlaufen, kein langsames Annähern. Du steigst die Treppe von den Bahnsteigen hoch, und der Dom steht direkt vor dir, alle 157 Meter davon, so nah, dass du ihn nicht auf ein einziges Foto bekommst. Fast alles Sehenswerte liegt in einer engen Schleife auf der linken Rheinseite, also schaffst du den mittelalterlichen Kern, die römischen Schichten darunter, die romanischen Kirchen, die Museen und das Rheinufer an einem halben Tag zu Fuß.
Diese Route ist eine Schleife, keine Linie. Sie startet und endet am Dom, schwenkt nach Westen durch die romanischen Kirchen und das NS-Dokumentationszentrum, das die meisten Touristen verpassen, kommt über die alte römische Einkaufsstraße zurück, hält sich dann am Rhein entlang für die Postkarten-Silhouette und kreist zum Schluss wieder zum Dom zurück. Insgesamt rund 6,6 km. Der Sinn der Schleife: Du gehst nie denselben Weg zurück und landest am Ende genau dort, wo Züge und Straßenbahnen fahren.
Der ehrliche Grund, hier einer Route zu folgen statt einfach loszuziehen: Kölns Altstadt wurde 1942 und 1943 fast komplett plattgemacht und danach wieder aufgebaut, das mittelalterliche Gefühl ist also teilweise Rekonstruktion. Wenn du nur treibst, verbringst du eine Stunde in hübschen, aber unechten Gassen und verpasst die wirklich alten Dinge, die Mauern aus dem 4. Jahrhundert unter St. Gereon, das römische Mosaik, das du gratis durch ein Fenster sehen kannst. Dieser Spaziergang führt dich zu dem, was echt ist.
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